Stadtplan Leverkusen
15.01.2018 (Quelle: Sven Tahiri)
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Wie viel dürfen 10 Minuten Zeitersparnis kosten?


Seit ein paar Jahren wird in Leverkusen über den Bau von zwei neuen Rheinbrücken diskutiert. Der erste Spatenstich für die erste ist nun erfolgt. Beide Brücken sind für den Autobahnverkehr gedacht. Gleichzeitig bieten sie aber auch eine Rheinquerung für Fußgänger und Radfahrer.
Fast zeitgleich zum Spatenstich erreichte die Leverkusener Politik ein Antrag der FDP. Ihr Vorschlag? Eine weitere Rheinbrücke für Fußgänger und Radfahrer zwischen Wiesdorf und Köln Merkenich.

Brücken schlagen
Die Vorstellung der FDP ist simpel. Eine Brücke über den Rhein. In Leverkusen soll sie auf der Höhe der unteren Hauptstraße beginnen. Das andere Rheinufer erreicht sie dann irgendwo in den Rheinauen vor Merkenich.
Der Wunsch der FDP? Pendler sollen leichter zur Arbeit in den Niehler Ford Werken oder in den Leverkusener Chempark und möglicherweise ein paar Dutzend Menschen zum Einkaufen in die Leverkusener City kommen.

Pendlerverbindung besteht bereits
In Wiesdorf besteht schon jetzt nur wenige hundert Meter weiter bereits eine intakte Verbindung für Pendler über die bestehende Rheinbrücke und auch auf den beiden neuen Rheinbrücken werden breite Fuß- und Radwege zu finden sein.
Was würde die Verbindung also bringen? Betrachtet man den Umweg über die ca. 500 Meter weiter nördlich liegende Rheinbrücke, so dürfte die realistische Zeiteinsparung per Fahrrad bei vielleicht zehn Minuten liegen. Die Frage der Sinnhaftigkeit ergibt sich da, meiner Meinung nach, recht schnell.

Jeder Cent zu viel
Soweit so gut. 10 Minuten sind immerhin Lebenszeit, die man anders verwenden könnte. Aber wie sollen diese Minuten Ersparnis eigentlich bezahlt werden? Der Bau soll am besten mit Fördermitteln erfolgen. Ob die kommen oder nicht steht in den Sternen. Eine Finanzierung durch die Städte Leverkusen und Köln erscheint jedenfalls so sicher wie der Gewinn im Lotto.
Hier soll auf Kosten des Steuerzahlers ein teures und (fast) nutzloses Projekt finanziert werden. Das Geld für eine solche Brücke, egal wie teuer sie am Ende ist, könnte in vielen anderen Projekten deutlich besser verwendet werden. Zum Beispiel im Ausbau des ÖPNV in Leverkusen oder möglicherweise auch bei der Einrichtung eines Pendelbusses über die neue Rheinbrücke. Das wären echte Erleichterungen.

Alle Argumente ausgetauscht
Was bringt es eigentlich, die gesamten Beratungen zum Antrag der FDP wieder von vorne beginnen zu lassen, bloß weil man plötzlich der Auffassung ist, es wären nicht alle Argumente ausgetauscht worden? Sowohl im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Planen als auch in der Bezirksvertretung I ist der Antrag beraten und deutlich bzw. einstimmig abgelehnt worden. Welche Argumente möchte die FDP denn gerne noch vorbringen?
Ich bin gespannt auf die Argumente die in den Ausschusssitzungen im Januar und Februar präsentiert werden. Ich erwarte aber keine überzeugenden.


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Letzte Änderung am 15.01.2018 19:35 von leverkusen.
Bisherige Kommentare
Am 22.01.2018 um 15:10:18 schrieb Fordler:
Marode Kölner Brücken
Alle Brücken in Köln sind marode, da kann eine weitere nicht Schaden. Außerdem ist das Geld ja nicht verschenkt. Davon werden Menschen bezahlt, die wieder Steuern zahlen. Es werden Baumaschinen gekauft, was wiederum die Industrie stärkt. Darüber hinaus: 2 mal 10 Minuten Ersparnis am Tag würden viele Fordler (und andere Menschen) dazu bringen mit dem Fahrrad zu kommen.

Am 17.01.2018 um 08:40:27 schrieb Patrick:
10 Minuten können ausschlaggebend bei der Entscheidung "Auto oder Fahrrad" sein. Damit können also sehr viele PKW-Fahrten vermieden werden. Weniger Stau, weniger Abgas. Für Autos werden ständig Millionen in Kreisverkehre etc. investiert, die deutlich weniger ZEitersparnis bringen. Auch jede teure ÖPNV-Vorrangschaltung an Ampeln oder Busspuren bringen deutlich weniger Zeitersparnis.

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