Stadtplan Leverkusen
29.06.2005 (Quelle: TSV Bayer 04)
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DM in Wattenscheid: Bayer 04 mit zehn Trümpfen im Spiel ohne Vier


Mehr als nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Helsinki (6. bis 14. August) sollen die nationalen Titelkämpfe am kommenden Wochenende in Wattenscheid für die Leverkusener Leichtathleten sein. Weltklasse-Leistungen haben im Vorfeld die Speerwurf-Olympia-Zweite Steffi Nerius und Dreisprung-Vize-Europameister Charles Friedek versprochen: „Ich möchte in den Bereich des deutschen Rekords von Tanja Damaske kommen,“ sagt die Weltranglisten-Erste Nerius und hofft auf eine Weite jenseits der 66,91 Meter, während Friedek schon vor anderthalb Wochen nach seinem Europacup-Sieg in Florenz angekündigt hatte: „Ich möchte in Wattenscheid mit über 17 Metern gewinnen.“

Beide haben durch ihre Europacup-Erfolge das WM-Ticket bereits sicher. Aber auch Stabhochspringer Lars Börgeling, Hammerwerferin Susanne Keil, Weitspringer Nils Winter und Hammerwerfer Markus Esser können für die WM so gut wie sicher planen. Sie gelten in Wattenscheid allesamt als Favoriten oder zumindest Anwärter auf eine Goldmedaille. „Nach den bisher gezeigten guten Leistungen, insbesondere beim Europacup in Florenz, hoffe ich, dass wir die Zahl der nationalen Meistertitel gegenüber dem Vorjahr noch erhöhen können und wieder als stärkster deutscher Leichtathletik-Verein dastehen“, erklärt Abteilungsleiter Joachim Strauss.

Vor Jahresfrist holten die Aktiven es TSV Bayer 04 in Braunschweig fünf Gold-, drei Silber- und sieben Bronzemedaillen. „Wir schicken 2005 in acht Wettbewerben zehn Goldfavoriten oder Goldkandidaten ins Rennen“, meint Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann, warnt aber zugleich: „Bei der Gesamtzahl der Medaillen wird es sicher etwas weniger werden als die 15 von Braunschweig.“

Zumal der Verein auf vier Edelmetall-Kandidaten verzichten muss. 400-Meter-Europameister Ingo Schultz und die 800-Meter-WM-Fünfte Claudia Gesell können wegen Fußverletzungen nicht dabei sein. Auch Sprinter Tim Goebel muss passen und hat die Saison wegen einer Thrombose im Bein bereits abgeschrieben. Zudem laboriert die Speerwurf-Olympia-Starterin Annika Suthe schon seit Monaten an einer Entzündung im Ellenbogen und verzichtet auf einen DM-Start, um ihre Teilnahme an der U23-Europameisterschaft in Erfurt (14. bis 17. Juli) nicht zu gefährden. Mit dem Ausfall von Goebel und Schultz sind darüber hinaus die Staffel-Chancen über 4x100 und 4x400 Meter fast ins Aussichtslose gesunken.

Neben den sechs bereits so gut sicheren WM-Startern hoffen auch noch der Stabhochsprung-Olympia-Fünfte Danny Ecker, der ehemalige Stabhochsprung-WM-Sechste Richard Spiegelburg, Sprinter Stefan Wieser, Hochspringerin Daniela Rath und ihr Disziplinkollege Roman Fricke auf einen WM-Start. Olympia-Teilnehmer Fricke hat als einziger von den Genannten die WM-Norm schon einmal erfüllt, zwei Erfüllungen fordert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) jedoch. In Bühl überquerte der 28-Jährige am vergangenen Freitag 2,30 Meter und freut sich nun auf Wattenscheid: „Ich bin heiß auf meinen dritten Titelgewinn in Folge.“

Trainer Hans-Jörg Thomaskamp traut ihm dabei genau wie Daniela Rath die WM-Norm zu. „Bei Daniela hat die Höhe in den vergangenen beiden Wettkämpfen auch schon fast gepasst. Es fehlte nur noch die Selbstsicherheit und die Geschwindigkeit.“ Am zurückliegenden Freitag überflog die Hallen-WM-Fünfte 1,90 Meter, zwei Tage später in Langen 1,89 Meter. Die WM-Norm steht bei 1,95 Meter.

Die spannendste Entscheidung verspricht allerdings wieder einmal der Stabhochsprung der Männer zu werden. Vize-Europameister Lars Börgeling und der Hallen-EM-Dritte Tim Lobinger (Köln) haben die Nominierungsvoraussetzungen des DLV (zweimal 5,75 m) als einzige schon erfüllt. Drei dürfen jedoch mit nach Finnland. „Lars ist derzeit auf einem Niveau, von dem aus er mehr als 5,80 Meter springen kann“, sagt Trainer Leszek Klima. Danny Ecker und Richard Spiegelburg jagten die Norm von 5,75 Metern indes bis dato vergeblich und wollen in Wattenscheid nach dem letzten Strohhalm greifen. Manager Marc Osenberg ist überzeugt: „Beide haben es drauf!“

Für Sprinter Wieser geht es in Wattenscheid vor allem darum, sich in eine gute Ausgangsposition für die WM-Staffel zu bringen. Eine Vorentscheidung über die Besetzung fällt im Lohrheidestadion allerdings noch nicht. Die wird erst nach den U23-Europameisterschaften in Erfurt getroffen. Dort startet der 20-Jährige aller Voraussicht nach über 100 Meter und mit dem deutschen 4x100-Meter-Quartett.

In gut zwei Wochen in Erfurt geht es dann auch für die angeschlagene Christine Schulz um das WM-Ticket. Die Mehrkämpferin muss in Thüringens Landeshauptstadt nur beste Deutsche werden, um in Helsinki dabei zu sein. „Momentan ist aber noch nicht einmal sicher, ob sie überhaupt starten kann“, sagt Trainer Karl-Heinz Düe.

Mit Wieser und Schulz hat der Verein aktuell zwölf WM-Kandidaten. Doch einer wird mindestens auf der Strecke bleiben, denn im Stabhochsprung kämpfen letztlich unter anderem zwei Leverkusener Athleten um einen noch freien Platz. Paul Heinz Wellmann macht sogar noch eine andere Rechnung auf: „Wenn nach dem kommenden Wochenende noch Elf der Zwölf im Rennen sind, wäre das super. Aber das wird schwer. Ich gehe davon aus, dass wir acht Athleten nach Helsinki schicken.“

An beiden Veranstaltungstagen gibt es auf www.leichtathletik.de einen Live-Ticker.


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Letzte Änderung am 07.04.2020 15:35 von leverkusen.
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