Stadtplan Leverkusen
12.07.2004 (Quelle: TSV Bayer 04)

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DM: Karsten Kobs zum siebten Titel – Markus Esser tief enttäuscht



Mit Hammerwerfern auf der Ehrenrunde, darunter dem Leverkusener Sieger Karsten Kobs und dem drittplatzierten Markus Esser, begann der zweite Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig, mit jeweils über Bronze jubelnden 4x400-Meter-Bayer-Quartetts (Männer und Frauen) endete er. Dazwischen lagen weitere freudige Momente, als Anke Feller über 400 Meter Dritte wurde, Floé Kühnert im Stabhochsprung ebenfalls Bronze gewann und Hochspringerin Daniela Rath mit verkürztem Anlauf, aber – und das war an diesem Tag besonders wichtig – schmerzfrei zu Silber sprang. Damit weist die Bilanz der Bayer-Athleten nach zwei Tagen im Braunschweiger Eintracht-Stadion fünf Gold-, drei Silber- und sieben Bronzemedaillen aus. Hinzu kommen weitere 13 Top-Acht-Platzierungen. „Damit sind wir sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass drei sichere Titel durch die gesundheitsbedingten Ausfälle von Claudia Gesell, Charles Friedek und auch Daniela Rath verloren gegangen sind“, bilanzierte Abteilungsleiter Joachim Strauss.

Spannend bis zum Schluss verlief der Hammerwurf der Männer. Vier Versuche lang führte Markus Esser mit 77,18 Metern, bis Karsten Kobs 78,07 Meter auspackte und Esser auf die Zwei verwies. Als im letzten Durchgang auch noch der Saarbrücker Holger Klose 77,19 Meter markierte, saß bei dem im Vorfeld favorisierten Markus Esser die Enttäuschung tief: „Sport kann so unfair sein. Ich bin ohne Ende traurig. Das war kein schlechter Wettkampf von mir. Es ist spannend bis zum Schluss gewesen. Aber wenn man dann nicht gewinnt und mit einem Zentimeter Rückstand nur Dritter wird, ist das bitter. Ich bin jetzt total neben der Spur. Wenn du vier Durchgänge lang führst, glaubst du irgendwann an den Sieg. Wenn du dann in zwei Versuchen plötzlich ins kalte Wasser geworfen wirst und kontern musst, ist das schon schlimm.“

Karsten Kobs sah es ähnlich. „Normalerweise muss Markus hier gewinnen“, unterstrich er und freute sich über das eigene Glück: „Ich habe heute und in diesem Jahr Glück gehabt, dass ich nur die Bestätigungsnorm brauchte und die Olympianorm aus dem vergangenen Jahr hatte. Ich habe 2004 meine Technik von vier auf drei Drehungen umgestellt. Das klappt eigentlich schon ganz gut. Aber heute war ich leicht erkältet und hatte mich zwischendurch schon mit dem dritten Platz abgefunden.“ Kobs und Esser sind sicher für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Auch Daniela Rath kann für Athen planen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) forderte zwar von ihr als Zugangsvoraussetzung für Olympia einen DM-Start, doch eine spezielle Höhe oder eine spezielle Platzierung war nicht erforderlich, denn die Norm hatte sie bereits Anfang März bei der Hallen-WM in Budapest mit Platz fünf und 1,97 Meter abgehakt. So konnte sie es sich erlauben, wegen ihres verletzten Fußes aus kurzem Anlauf zu springen und überquerte damit 1,87 Meter. Diese Höhe bedeutete an diesem Tag Platz zwei.

Um die Platzierung ging es in diesem Fall nur am Rande. Viel wichtiger war ein anderer Umstand: „Bis auf einen Sprung habe ich kaum Schmerzen gehabt, das lässt mich hoffen. Jetzt fehlen noch die Form und mehr Techniksprünge im Training. Diese waren in letzter Zeit nicht möglich. Ich bin noch unsicher im Anlauf und habe noch nicht so eine hohe Geschwindigkeit. Auch das Selbstvertrauen in der Kurve muss ich noch finden, aber ich denke, dass bringt die Zeit. Ich sehe, es geht Schritt für Schritt bergauf und Energie und Spannung kommen auch wieder. Das Wochenende hat mir gut getan.“

Anders als bei Daniela Rath war für Floé Kühnert und Anke Feller die Platzierung das Wichtigste. Beide mussten eine Medaille holen, um ihre Olympiahoffnungen nicht ad Acta legen zu müssen. Das Vorhaben gelang. Stabhochspringerin Kühnert, die sich mit dem böigen Wind schwer tat gewann genau wie 400-Meter-Läuferin Feller Bronze. Die eine mit 4,20 Meter, die andere in 54,27 Sekunden. „Ich bin froh, jetzt in Athen dabei zu sein. Ich musste unter die ersten Drei kommen, das habe ich geschafft“, erklärte Kühnert erleichtert, während Feller mit breitem Lachen den Stadioninnenraum verließ. „Jetzt bin ich wohl in Athen dabei.“ Obwohl sie schon Staffel-Welt- und Europameisterin war, wird es ihre erste Olympia-Teilnahme sein. Ebenso wie für die gerade der Jugendklasse entwachsene Junioren-Weltmeisterin Kühnert.

Zum Abschluss der 104. Deutschen Leichtathletikmeisterschaften überraschten die Leverkusener 4x400-Meter-Staffeln mit Bronzemedaillen, wobei die Männer erst auf den letzten zehn Meter die Silbermedaille aus den Augen verloren, als Jan Reinberg auf der Zielgerade überspurtet wurde (3:14,14 min). Für die Frauen rettete Anke Feller die Bronzemedaille ins Ziel (3:45,00 min).

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen des zweiten Meisterschaftstages:

Männer: 4x400 Meter: 3. Benjamin HielscherJakob SkrzypczykBenjamin Nitze – Jan Reinberg 3:14,14 min; Kugelstoßen: 6. Gunnar Pfingsten 18,70 m; Hammerwurf: 1. Karsten Kobs 78,07 m, 3. Markus Esser 77,18 m, 5. Benjamin Boruschewski 71,08 m.

Frauen: 400 Meter: 3. Anke Feller 54,27 sec; 1500 Meter: 4. Sigrid Bühler 4:25,01 min; 4x400 Meter: 3. Caroline DieckhönerDagmar de HaanChristine Schulz – Anke Feller 3:45,00 min; Hochsprung: 2. Daniela Rath 1,87 m, 4. Birgit Kähler 1,84 m, 8. Kathryn Holinski 1,80 m; Stabhochsprung: 3. Floé Kühnert 4,20 m.
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Letzte Änderung am 20.07.2019 10:45 von leverkusen.