Stadtplan Leverkusen
17.07.2017 (Quelle: TSV Bayer 04)
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Sanaa Koubaa-Schretzmair vor prophylaktischer OP


„Diese Saison gehört meiner Gesundheit.....“ – so beginnt eine Mitteilung, die Olympia-Teilnehmerin Sanaa Koubaa-Schretzmair am Tag vor den Deutschen Meisterschaften über die sozialen Netzwerke verbreitet hat. Die Hindernisläuferin, die sich in Rio de Janeiro (Brasilien) auf 9:35,15 Minuten steigern konnte und im Vorjahr DM-Dritte war, steht vor einem schweren chirurgischen Eingriff. Grund: Sie ist genetisch vorbelastet und gehört zu den Risikogruppen für Krebs.

„Im Januar war ich noch frohen Mutes ins DLV-Trainingslager nach Monte Gordo gereist, um mich auf die Saison vorzubereiten. Doch manchmal kommt alles anders“, erzählt Sanaa Koubaa-Schretzmair. Nach der Rückkehr wurde eine BRCA 2-Genveränderung diagnostiziert, die sie besonders anfällig für Brustkrebserkrankungen macht. Erblich bedingt ist ihr Tumorrisiko massiv erhöht. Mutter und Tante der 32-Jährigen starben mit Mitte 30 an Krebs, die Cousine und eine Schwester sind nunmehr daran erkrankt.

Die Wahrscheinlichkeit selber an Krebs zu erkranken liegt bei 86 Prozent, wie detaillierte Untersuchungen ergaben. „Ich habe die Uhr ticken hören und mich dazu entschlossen, nicht zu warten, keine Zeit zu vergeuden, sondern zu handeln und mich behandeln zu lassen“, so die Pädagogin, die in Vollzeit an einer Berufsschule in Gummersbach beschäftigt ist.

Eingriff im August
Sie entschied sich zu einer Operation. Der Eingriff erfolgt im August. Dabei werden ihr beide Brüste amputiert und wieder aufgebaut. „Vier Wochen werde ich vollkommen außer Gefecht sein“, erzählt die Leichtathletin mit marokkanischen Wurzeln. Die Alternative, sich am Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universität Köln halbjährlichen Früherkennungstests und engmaschigen Kontrolluntersuchungen zu unterziehen, lehnte Sanaa Koubaa-Schretzmair ab.

„Am meisten belastet hat mich die Ungewissheit. Das lange Warten auf Untersuchungsergebnisse hat mich psychisch stark mitgenommen“, bekennt die EM-Finalistin von 2012. „Das möchte ich mir nicht jedes Mal wieder aufs Neue antun.“ Zwar habe sie zunächst die Heim-EM im nächsten Jahr in Berlin im Hinterkopf gehabt. „Ich wollte erst bis dahin durchziehen. Doch dann kam die Befürchtung, dann könne es eventuell schon zu spät für einen Eingriff sein“, erklärt die Hindernis-Spezialistin.

Vier Wochen außer Gefecht
So fiel der Entschluss, sich nach Ablauf des Schuljahres unters Messer zu begeben. Vier Wochen werde sie danach vollends außer Gefecht sein. „Mit dem Sport dauert es wohl sehr viel länger. Ich werde mir aber ein Ergometer bestellen, um zumindest etwas für die Beine zu tun“, deutet die Diplom-Sozialpädagogin an, dass sie ihre Karriere keineswegs abgehakt hat. Im Moment läuft sie jeden Tag. Aber: „Ob ich nächstes Jahr wieder voll angreifen werde, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen.“

Vor Jahresfrist schob sich Sanaa Koubaa-Schretzmair nur zwei Tage vor Qualifikationsschluss ins Olympia-Team des DLV. Danach folgten Hochzeit und Hausbau. Inzwischen ist das Domizil im Oberbergischen fertig. Großen Rückhalt habe sie in den letzten Monaten von ihrem Trainer Paul Heinz Wellmann erfahren. „Er hat immer wieder das Gespräch gesucht, großes Verständnis für meine Entscheidung gezeigt und nie Druck ausgeübt“, sagt Sanaa Koubaa-Schretzmair, die seit 2015 für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet und zuvor über 20 Jahre für die LG Hilden aktiv war.


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Letzte Änderung am 17.07.2017 20:22 von leverkusen.
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