Stadtplan Leverkusen
15.08.2017 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Friedhof Scherfenbrand: Ideal für Bienenstöcke


In einem versteckten Winkel des Friedhofs Scherfenbrand ist seit einiger Zeit eine Fläche an die Imkerin Birgit Neumann vergeben. Auf fünf Quadratmetern hat sie vier Bienenstöcke aufgestellt. Ideal sei dieser Standort, sagt sie, „denn er bietet viel Tracht und Ruhe.“ Das freut Baudezernentin Andrea Deppe, denn: „Wenn die Bienen viel Pollentracht finden, zeugt das von einem großen Blütenreichtum und das ist nicht zuletzt eine gärtnerische Leistung des Fachbereichs Stadtgrün, der mit den Friedhöfen auch wichtige grüne Lungen für die Leverkusenern und Leverkusener pflegt.“

Wegen des Trends zur Urnenbestattung werden seit einigen Jahren weniger Flächen auf den Friedhöfen benötigt. Daher ist der Fachbereich Stadtgrün, zu dem die Friedhofsverwaltung gehört, dazu übergegangen, die Randbereiche der Friedhöfe extensiv zu bewirtschaften. Weil etwa die Rasenflächen dort nur noch ein bis zweimal im Jahr gemäht werden, blühen inzwischen vermehrt Wildblumen, so etwa eine heimische Orchideenart, die Epipactis helleborine, bzw. der Breitblättrige Stendelwurz. „Das ist auch ökologisch höchst sinnvoll“, lobt Deppe. „Und die Ansiedlung von Bienenstöcken in diesem Bereich ist in diesem Zusammenhang ein weiterer Gewinn für die Natur, denn die Bienen tragen zur Verbreitung der Blütenpollen und größerer Vielfalt der Pflanzenarten bei.“

Ohnehin pflegt der Fachbereich Stadtgrün auf seinen Friedhöfen viele unterschiedliche Bäume und Pflanzen. Auf dem Friedhof Scherfenbrand sind es überwiegend Eichen, weil die Fläche früher zur Diergardt‘schen Forstverwaltung gehörte, auch hier gibt es aber Sträucher und eine Vielfalt von blühenden Gehölzen und Stauden. Auf den anderen städtischen Friedhöfen finden sich von verschiedenen Nadelgehölzen bis zu Ahorn, Eiche und Buche fast alle einheimischen Baumarten.

Die vier Bienenstöcke auf dem Friedhof Scherfenbrand sind in einem wenig besuchten Randbereich mit großem Abstand zum Weg untergebracht, dort stören die Bienen weder die Besucher, noch werden sie gestört. „Für Bienenstöcke sind Friedhöfe auch deshalb ideal, weil sie eine eingefriedete und damit ruhige, geschützte Umgebung bieten und damit weitgehend vor Diebstahl und Vandalismus schützen“, meint Manfred Witowski, stellvertretender Abteilungsleiter des Fachbereichs Stadtgrün. Bei weiterer Nachfrage sei es denkbar, einzelne Stöcke auch auf anderen städtischen Friedhöfen aufzustellen. Eine Warteliste mit Anfragen von Imkern gebe es aber bislang noch nicht.

Imker müssen ihre Bienenvölker und die Standorte beim Veterinäramt melden. Gemeldet sind in Leverkusen 137 Imker mit nahezu 1.000 Bienenvölkern. Ein Volk besteht aus ca. 50.000 Bienen. Der Aufsicht des Leverkusener Veterinäramtes unterliegen somit etwa 50 Millionen Bienen.

Ein Bienenvolk mit seinen bis zu 50.000 Bienen besteht aus einer Königin, bis zu 1.000 männlichen Drohnen und darüber hinaus ausschließlich weiblichen Arbeiterinnen. Entwicklungsbedingt übernimmt die geschlüpfte Biene verschiedene Aufgaben, z.B. Waben putzen, Larven füttern, Wache halten und zum Schluss Pollen oder Nektar sammeln. Im Sommer lebt die Arbeiterin nur einige Wochen, ab Ende August werden schon Winterbienen aufgezogen, die mehrere Monate leben. Ab August werden die Drohnen nicht mehr gefüttert, verjagt oder getötet.

Für eine bienenfreundliche Umgebung rät der Fachbereich Stadtgrün für den heimischen Garten aber auch für die Grabpflege: Keine Pestizide verwenden und keine gefüllten Blumen und Sträucher mit derartigen Blüten pflanzen, da dort kaum Nektar zu finden ist. Bienen lieben Lavendel, Zitronenmelisse oder Malve. Jede Obstbaumblüte ist für Bienen eine Delikatesse. Selbst kleine Orangenbäume auf dem Balkon werden gezielt angeflogen. Silberweiden sind ideal bei feuchten, nassen Standorten. Wenn im Garten oder auf dem Grab die Blüten zu unterschiedlichen Zeiten aufblühen, freut das nicht nur das Auge, sondern auch die Bienen.


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Letzte Änderung am 15.08.2017 20:02 von leverkusen.
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