Stadtplan Leverkusen
11.08.2017 (Quelle: Gut Ophoven)
<< Startschuss für die Europa-Allee auf der nbso-Westseite Opladen  Instandsetzung von Fahrbahnschäden an der Kölner Straße in Höhe der Überquerungshilfe Volhardstraße / Neustadtstraße >>

Zu teuer, zu umständlich, nicht gewusst


Anlass: World Overshoot day
Eine Umfrage zeigt, warum wir Leverkusener nicht immer das Klima schützen.

Ab jetzt leben wir auf Kosten unserer Enkel. Anfang August haben wir Menschen alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Die Biokapazität der Erde beträgt pro Jahr 1,7 Globale Hektar pro Person. Jeder Mensch verbraucht im Schnitt jedoch allerdings 3,3 Hektar pro Jahr, so der World Wildlife Fund for Nature (WWF). „Wir leben also über unsere Verhältnisse. Das kann nicht lange gut gehen“, erklärte Hans-Martin Kochanek, vom NaturGut Ophoven am Freitag auf einer Pressekonferenz.

„Viele Leverkusener wissen das bereits und achten auch darauf, das Klima und die Ressourcen zu schützen“, so der Leiter des Umweltzentrums. Das ergab eine kurze Befragung von 17 Besuchern der Wiesdorfer City. Aber manchmal falle es noch schwer. „Im Bereich Ernährung, Konsum und Strom müssen noch viele Gewohnheiten überwunden werden um zukunftsfähiger zu leben. Hier spiegeln die Antworten der Leverkusener den bundesweiten Trend wieder“. Außerdem könnten noch einige Wissenslücken gefüllt werden.

Unser Verbrauch an Biokapazität geht einher mit dem Ausstoß an CO2. Wir Deutschen emittieren ca. 11 Tonnen im Jahr. Aber nur drei Tonnen kann unsere Atmosphäre mittelfristig ertragen, damit sich das Klima nicht überhitzt. Indem wir unser Verhalten und unseren Lebensstil verändern, können wir das ohne großen Komfortverlust schaffen, erklärte Kochanek. Es fordere vor allem eine gut isolierte Wohnung mit klimafreundlichem Heiz- und Wärmesystem sowie ein achtsames Mobilitäts- und Konsumverhalten.

Konsum: Mit 3,3 Tonnen pro Kopf ist Konsum der größte Posten bei unseren persönlichen CO2-Emissionen. Denn viel Energie steckt in der Produktion und dem Transport unserer Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte. 13 von 17 Befragten versuchen alte Geräte und Kleider zu reparieren oder reparieren zu lassen, bevor neue gekauft würden. Nur vieren ist das zu mühsam. Sie kaufen lieber alles neu. Dieses positive Ergebnis ist sicherlich nicht repräsentativ für Deutschland, erklärte Britta Demmer vom NaturGut Ophoven. Denn jeder Deutsche kaufe im Durchschnitt 17 Kilogramm Kleidung jedes Jahr. Mindestens ebenso viel lande im Kleidersack oder Müll. „Weniger, dafür hochwertigere Kleidung mit Bio und Fair-Label zu kaufen, könnte unseren CO2 Fußabdruck aber erheblich reduzieren“, so Britta Demmer.

Mobilität: Mit 2,5 Tonnen CO2-Emissionen pro Einwohner und Jahr ist der Verkehr der drittgrößte Bereich. Besonders Flugreisen fallen ins Gewicht. Die meisten der befragten Leverkusener fliegen aus Geldmangel oder Flugangst jedoch nicht oder nur selten. Nur die zwanzigjährige Natalie fliegt zwei bis dreimal im Jahr in Urlaub und ein 77jähriger Rentner will auf seine Fernostreisen nicht verzichten.
Allerding nutzen alle gerne öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad und verzichten lieber auf das eigene Auto.
„Plus 5,4 Tonnen CO2 kommt auf die persönliche CO2 Bilanz, wenn nur eine zusätzliche Flugreise nach New York hinzukommt oder man jeden Tag mit seinem Auto zwanzig Kilometer zur Arbeit pendeln muss“, erklärt Britta Demmer.

Strom: Mit fast 0,8 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr belastet auch der Strom unsere Ökobilanz. Die meisten Befragten gaben an, beim Kauf elektrischer Geräte darauf zu achten, dass sie effizient sind. Auch Steckerleisten benutzen fast alle um Stand-by Verluste zu vermeiden. Allerdings nutzen nur wenige die Möglichkeit Ökostrom zu nutzen. Dabei sinke die Umweltbelastung nahezu auf 0, so Olivia Müller, stellvertretende Sprecherin BUND-Leverkusen. Doch die meisten finden, er wäre zu teuer. „Das hat sich geändert. Eine Familie, die ca. 3500 Kilowatt Strom im Jahr benötigt, würde bei dem teuersten Anbieter nur 60 Euro im Jahr mehr bezahlen als bei einem konventionellen,“ hat sie errechnet. Das ist gerade mal eine Tankfüllung voll. Anbieter von „Grüner Strom Label“ finanzieren mit 0,5 ct pro kWh außerdem sinnvolle innovative Energieprojekte. Viele der Befragten wissen außerdem nicht, wo sie ihn herbekommen. Unter www.gruenerstromlabel.de würde man leicht fündig. Die Wechselformalitäten übernehme ganz unkompliziert der neue Anbieter. „Es gibt bereits zehn Anbieter von regenerativer Energie in Leverkusen u.a. auch die EVL.“

Ernährung: Mit 1,4 Tonnen pro Einwohner und Jahr ist die Ernährung der viertgrößte Posten bei unseren persönlichen CO2-Emissionen. In Deutschland werden jährlich gut 500 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf verbraucht. Auf die Frage nach dem Einkaufsverhalten bei Nahrungsmittel sagten zwölf, dass sie regionale Produkte wählten, nur fünf entschieden sich dagegen, da die Auswahl zu klein und zu teuer sei. Aber nur wenige greifen bei Biolebensmittel zu, obwohl diese je nach Produkt bis zu 30 Prozent CO2 einsparen. Zu teuer seien die Produkte, ein anderes Argument nicht zuzugreifen war mangelndes Vertrauen. „So viel Bio, wie heute angeboten wird, gibt es gar nicht,“ so Ditmitri S. aus Rheindorf. Bei einer deutschlandweiten Befragung sind es bereits 19,1 Prozent der Befragten, die auf Bioprodukte – gesichert mit dem Bio-Label - zurückgreifen. Viel sparen können wir auch bei gut geplanten Einkäufen – zur Zeit landet von den 500kg immer noch unglaubliche 82 kg in der Tonne – d.h. jedes achte Lebensmittel werfen wir weg.

„Auch weniger Fleisch zu essen, führt zu einem kleineren CO2-Fußabdruck“, so Hans-Martin Kochanek. Von den 17 Befragten machen das bereits 11. Nur sechs können auf ihr tägliches Fleisch nicht verzichten. Der 50jährige Manfred M. aus Schlebusch meint sogar, dass er ohne Fleisch nicht leben könne. Den auch gesundheitlich positiven Trend zu weniger Fleisch zeigen auch deutschlandweite Untersuchungen, so Kochanek. „Das Institut für Demoskopie Allensbach geht von rund 8 Millionen Vegetariern in Deutschland aus. Das sind rund 10 Prozent der Bevölkerung“. „Jeder hat hier einen großen Spielraum lecker zu genießen. Bereits 1 x in der Woche kein Fleisch zu essen spart 5% CO2 –Emission, ein Vegetarier, der ausschließlich Bio-Produkten genießt, schafft sogar eine Reduktion von 42% CO2 –Emission“.

Um seinen ökologischen Fußabdruck zu ermitteln, finden Interessierte einen Rechner unter http://www.footprint-deutschland.de/inhalt/berechne-deinen-fussabdruck
Um seinen CO2-Emissionen zu errechnen: www.uba.co2-rechner.com


Bilder, die sich auf Zu teuer, zu umständlich, nicht gewusst beziehen:
11.08.2017: Britta Demmer und Olivia Müller

Hauptseite     Anmerkungen     Nachrichtenübersicht    

Letzte Änderung am 12.08.2017 11:03 von leverkusen.
Es gibt bisher keine Kommentare zu dieser Meldung!

Einen neuen Kommentar zu dieser Meldung hinzufügen:
Name:
Email: (wird nicht veröffentlicht)
Titel:
Kommentar: (Achtung: Es sind keine Links erlaubt!)


Um das Formular vor Spam zu schützen, muss dieses ReCaptcha gelöst werden:

Achtung: Spammen zwecklos!
Einträge werden erst nach redaktioneller Begutachtung freigeschaltet!




Follow leverkusen on Twitter