Stadtplan Leverkusen
27.03.2017 (Quelle: CDU-Fraktion)
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Leverkusener CDU-Fraktion für G9


In einem Schreiben an den CDU-Landesverband spricht sich die CDU-Fraktion im Leverkusener Stadtrat für die Rückkehr zu G9 (Abitur nach 13 Jahren) aus.

Anschreiben
"Rückkehr zu G9 jetzt!


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen der CDU-Fraktion Leverkusen sende ich Ihnen als Anlage zu diesem Schreiben einen CDU-Fraktionsbeschluss zum Thema "G9" zu.

In vielen persönlichen Gesprächen unserer Rats- und Bezirksmitglieder wiederholte sich die Forderung der Betroffenen nach klaren Entscheidungen der Landes-Politik bzgl. einer Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Wir als CDU-Fraktion sehen es daher als unsere Pflicht, Ihnen diese uns vorgetragenen Wünsche der Leverkusener Bevölkerung weiterzugeben.

Die Argumente, die aus unserer Sicht für eine flächendeckende Rückkehr zu "G9" sprechen, sind in der Anlage aufgelistet. Da wir als Kommunalpolitiker auch für Bildungseinrichtungen außerhalb der Schule, wie zum Beispiel die Musikschule oder die Stadtbibliothek, Sorge tragen, geben wir auch von dort den Wunsch weiter, Kinder und Jugendliche (zeitlich) noch zu erreichen.

Sicher ist es immer schwierig, politische Entscheidungen rückgängig zu machen. Dennoch sind wir der Auffassung, dass eine Korrektur politischen Handelns das Vertrauen in die Politik nicht verspielt, sondern im Gegenteil, stärkt. Auch wir können aus Fehlern lernen.

Es wäre schön, wenn unsere Anregungen aus Leverkusen in die CDU-interne Diskussion zum Landtagswahlkampf einfließen könnten.

Mit besten Grüßen

Bernhard Marewski"

Anlage

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Leverkusen fordert die CDU Nordrhein-Westfalen auf, den neunjährigen Weg zum Abitur an allen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen flächendeckend wieder einzuführen.
Dies soll unter Einbindung aller Beteiligten mit den pädagogisch notwendigen Fristen in der kommenden Legislaturperiode umgesetzt werden.

Die CDU Nordrhein-Westfalen soll damit zur Landtagswahl am 14. Mai 2017 in Nordrhein-Westfalen dem Beispiel der CDU Schleswig-Holstein und der CSU in Bayern folgen. Sowohl der Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein zur Landtagswahl, Daniel Günther, wie auch der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Horst Seehofer, haben sich inzwischen klar zum Wechsel zu G9 bekannt.


Begründung:
Mit der Einführung von G8 in Nordrhein-Westfalen ging nicht eine Schulzeitverkürzung einher, sondern eine Schulzeitverdichtung. Die Nettostundenzahl ist bis zum Abitur im Wesentlichen gleich geblieben, sie wurde nur auf 8 Schuljahre konzentriert.
Der Schulalltag dehnte sich notwendigerweise zunehmend auf den Nachmittag aus und führte zu "Langtagen" und "Ganztagen".
Die schulische aber auch die außerschulische Wirklichkeit wurde so tiefgreifend verändert.
Für das öffentliche Leben in Kommunen hat diese Entwicklung gravierende Folgen: Außerschulische Bildung, Sport, Musik, Brauchtum, Vereins- und Glaubensleben oder nur die Pflege von Freundschaften verdichten sich nun auf wenige Stunden des Nachmittags.
Die Integration dieser Angebote als schulische Arbeitsgemeinschaften ist keine Lösung, da außerschulische Lebensorte - in freier Wahl ! - durchaus als Gegengewicht zur Institutionalisierung von Kindheit gesehen werden können.
Auch das Familienleben leidet unter der allgemeinen Verganztagung von Unterricht. Ein gemeinsames Mahl oder geschwisterliche Unternehmungen am Nachmittag sind unter der Woche kaum noch möglich.
Hinsichtlich des Bildungsstandes muss festgestellt werden, dass heute viele Abiturientinnen und Abiturienten den hohen Lernanforderungen an den Hochschulen nicht gewachsen sind und vor dem Studium erst Vorkurse an den Universitäten und Fachhochschulen besuchen müssen.
Wir müssen heute feststellen, dass die Umsetzung des Abiturs nach 12 Jahren nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.
Lernen und Bildung lassen sich eben nicht beliebig verdichten sind, jugendliche Konzentrationsfähigkeit und Auffassungsgabe sind nicht beliebig zu strapazieren.
Vielfach fühlen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern mit dem achtjährigen Bildungsgang überfordert.
Es verwundert also kaum, dass Familien aus unterschiedlichen Gründen das Turbo-Abitur und den starren Ganztag ablehnen, wie aus einer einschlägigen Studie des renommierten Psychologen Rainer Dollase hervorgeht. Weit über 70 Prozent der Betroffenen in Nordrhein-Westfalen wünschen sich die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren.
Die Politik im Lande tut sich offensichtlich schwer, dem Volkswillen, der sich hier artikuliert, Rechnung zu tragen und die Fehlentscheidung zu G8 an Gymnasien rückgängig zu machen.
Insofern ist nachvollziehbar, dass eine Bürgerinitiative engagierter Eltern das basisdemokratische Instrument des Volksbegehrens nutzt, Schulzeitverdichtung und den aus G8 resultierenden Zwang zum Ganztag wieder rückgängig zu machen.

Mit einer einheitlichen Rückkehr zu G9 können wir
" den Schülerinnen und Schülern wieder mehr Zeit für ihre schulische Ausbildung geben,
" intensiveres Lernen und ein kritisches Auseinandersetzen mit dem Gelernten ermöglichen,
" den Lehrkräften mehr Zeit für eine sorgfältige Vermittlung des Schulstoffs geben,
" die Durchlässigkeit zwischen den Schularten wieder erleichtern,
" Kernkompetenzen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern stärken,
" unseren Kindern mehr Zeit für ihre persönliche Entwicklung geben und wieder mehr ehrenamtliches, sportliches und musikalisches Engagement ermöglichen.

In der Vorgehensweise sehen wir die Politik in der Verantwortung, klare Aussagen zu treffen und ebenso klar zu handeln. Die Vorstellungen zu einem Nebeneinander von Gymnasien - je nach Wunsch - mit G8 oder G9 werden dem nicht gerecht. Diskussionen zum "richtigen Weg" des gymnasialen Weges zur Hochschulreife werden so einfach an die Schulen weggeschoben.

Unsere politische Verantwortung liegt darin, für die beste Bildung unserer Kinder zu sorgen. Dazu ist eine flächendeckende Einführung des Abiturs nach 13 Jahren notwendig. Neue ideologische Strukturdebatten sind in diesem Zusammenhang absolut fehl am Platz.

In Leverkusen haben wir ein vielgegliedertes und sehr gut funktionierendes Schulangebot: Hauptschulen, Sekundarschule, Gesamtschulen, Realschulen, Gymnasien, Berufskollegs, Förderschulen.
Alle diese Schulformen haben ihre Berechtigung und werden in der Vielfalt den unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer jungen Menschen gerecht.
Es geht jetzt darum, für unsere Kinder das Beste zu tun.
Es ist Zeit, ihnen mehr Zeit für Bildung zu geben. Deshalb G9!


Bernhard Marewski

1. Bürgermeister
Stellv. Fraktionsvorsitzender
Schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Leverkusen"


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Letzte Änderung am 28.03.2017 05:02 von leverkusen.
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