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Kevelaer-Kapelle ist hier zu finden: Stephanusstr. 76

Charakteristische / Nachrichtliche Merkmale

Eingeschossige Backsteinkapelle der 20er Jahre
Bauentwicklung Mitte März 1927 fand die Grundsteinlegung der Kevelaer-Kapelle der Kath. Pfarrgemeinde St. Stephanus in Leverkusen-Bürrig statt. Der Kapellenbau wurde unterstützt durch die Bürriger Kevelaerbruderschaft. Die Kapelle ist der Muttergottes als "Regina pacis" nach Beendigung des Weltkrieges gestiftet. Der Architekt des Gebäudes war Wilhelm Saddeler aus Düsseldorf-Oberkassel, der Bauherr die Katholische Pfarrei Bürrig, vertreten durch den damaligen Pfarrer Dr. Peter Joseph Louis. Als Bauunternehmer wird Johann Keiler genannt. Am 19.06.1927 wurde die Kapelle durch den schwedischen Bischof Dr. Johannes Eric Müller eingeweiht. Als Sakralgebäude diente die Kapelle bis 1949, bis diese zu einem Jugendheim umgebaut wurde. Die ehemalige Kapelle wurde nordöstlich der Pfarrkirche St. Stephanus und östlich des bestehenden Pfarrhauses errichtet. Mit dem historistischen Pfarrhaus ist sie mit einer geschosshohen Mauer verbunden. Der zur Baugenehmigung gehörige Lageplan beinhaltet das geplante Gebäude an der Verlängerung der Stephanusstraße als "projektierte Str." von der Steinfeld Str. (heute Im Steinfeld) über die Myliusstraße. bis zur Bürriger Str. (heutige Heinrich-Brüning-Str.)
Gestaltungselemente und Konstruktion
Die Kevelaer-Kapelle wurde als Sakralgebäude mit Nebenräumen im Jahre 1927 erbaut. Das Gebäude ist ca. 24 m lang und ca. 8 m tief und erstreckt sich entlang der Stephanusstraße. Es handelt sich um einen eingeschossigen Massivbau, der bis auf einen rückwärtigen Nebeneingang straßenseitig erschlossen ist. Das Gebäude ist im Grundriss und Aufriss achsensymmetrisch gestaltet. In der Mittelachse befindet sich der ehemalige Kapellenraum. Dieser tritt als Risalit mit Dreiecksgiebel und halbkegelförmigen Dachabschluss über der Apsis hervor. Die beiden Seitenflügel sind niedriger gehalten und weisen Walmdächer auf. Die Kubatur der Kapelle findet ihre Parallelen in der Symmetrie und Höhenstaffelung barocker Herrenhäuser bzw. Schlossanlagen mit ihrem Corps de logis. Die streng achsensymmetrisch gestalteten Fassaden sind in Sichtmauerwerk aus roten Hartbrandziegeln auf einem niedrigen Sockel aus Terrazzo-Putz ausgeführt. Die Putzoberfläche ist durchgehend gekämmt und durch scharrierte Ecken zusätzlich betont. Den straßenseitigen Eingängen ist jeweils eine Betonstufe vorgelagert, die aus der Fassadenflucht in den Gehweg hervorkragt und einen Unterschnitt aufweist. Die Dachdeckung ist eine Verschieferung mit Schuppenschablonen-Deckung. Eingebundene Kehlen und geschwungene Grate geben dem Dach eine optische Leichtigkeit. Der Mittelrisalit besitzt drei traufhohe Fenstertüren. Am Giebelfeld befindet sich seit 1927 eine Madonnenskulptur mit Kind. Diese ist mit einem Konsolstein an der Fassade befestigt und aus Kunststein hergestellt. Geschaffen wurde dieses Werk durch den Künstler Barutzky. Für die Kapelle wurde die Madonna von einer Bürriger Familie gestiftet. Ein dreiecksförmiger Blendgiebel, der an den Seiten waagerecht ausläuft bildet den Abschluss. Der Giebelabschluss wird durch eine durchlaufende Mauerabdeckung aus Beton mit aufgebrachtem Schiefer sowie jeweils zwei profilierte Konsolplatten aus Kunststein an den Risalitecken gestalterisch betont. Auf der Giebelspitze befindet sich ein schlichtes Metallkreuz, das die Firma Schmitz-Coellen aus Leverkusen-Bürrig stiftete. Die beiden Flügelbauten besitzen -an den Mittelrisalit angrenzend- jeweils eine Eingangstür und eine dreiteilige Fenstergruppe. Die ursprünglich lindgrünen Holz-Rolläden sind komplett erhalten, ebenso die Außenfensterbänke aus Zink. Die weißen Holzdrehfenster besitzen Baskülverschlüsse, eine Einfachverglasung und Sprossen. Die restlichen Fassadenflächen weisen keine Öffnungen auf. Sie sind durch ein Fensterbank- und- Fenstersturzgesims aus einer Ziegelrollschicht gegliedert. Diese horizontalen Gesimse verlaufen über die Hauptfassade und die beiden Stirnseiten und enden an der Gebäuderückseite. Den Abschluss zwischen Fassade und Dach bildet ein leicht auskragendes Gesims aus Beton mit Zahnfries. Dieses verläuft vom Maueranschluss an das Pfarrhaus über das gesamte Gebäude bis zur Rückseite. Hier verläuft ab der nordöstlichen Gebäudeecke bis zur Apsis ein Zinnenfries aus Ziegelsteinen. Auf dem Betongesims liegen die Regenrinnen aus Zink auf. Das Betongesims umläuft im Halbkreis die Fallrohre. Die Verbindungsmauer zwischen dem Pfarrhaus und der Kevelaer-Kapelle ist analog der Gebäudefassade gestaltet. Sie trennt den Pfarrgarten von der Straße ab. Zwei Höhenversprünge vermitteln zwischen den unterschiedlichen Niveauhöhen der Gebäude. An das Pfarrhaus angrenzend befand sich gartenseitig eine Terrasse, die zwischenzeitlich zu einem Raum umgebaut worden ist. Die drei Fenster dieses Mauerteils neben stilistisch die Fenster-Anordnung der Kapellenfassade auf. Im östlichen Teil der Verbindungsmauer befindet sich ein Rundbogen mit einem Holztor. Dessen plastisch ausgearbeiteter Schlussstein aus Beton weist die Inschrift "A.D. 1927" auf. In der Westfassade des Kapellengebäudes befindet sich eine zugemauerte und verputzte Toröffnung, die ursprünglich eine Garage erschloss. In der östlichen Fassade der Kapelle ist der Allianzwappenstein aus dem Giebel des 1968 abgerissenen Schlosses Reuschenberg eingemauert. Es handelt sich um ein Werkstück aus hellgrauem Sandstein mit einer Krone, zwei Wappen, einem Spruchband mit der Inschrift: Gisbert Egon Graf von Fürstenberg Stammheim und der Jahreszahl 1886. Die Kapelle errichtete Architekt Saddeler in expressionistischer Bauweise. Diese Bauform tritt insbesondere an den durch Gesimse und den Fries horizontal stark gegliederten Fassaden und der Dachausbildung mit den eingebundenen Kehlen in Erscheinung. Im Gebäudeinneren sind im zentralen Kapellenraum fünf Apsisfenster mit Metallrahmen bauzeitlich erhalten. Der Fußboden besteht aus quadratischen Kalksteinfliesen, sogenannten Solnhofener Platten. Diese sind diagonal mit einem breiten Randstreifen und Sockelfliesen mit den gleichen Abmessungen verlegt. Im westlichen Flügelbau befand sich eine Sakristei und ein Lagerraum. Der östliche Flügel nahm eine Bibliothek und einen Stall auf, von dessen ursprünglich zwei rückwärtigen Türöffnung eine erhalten ist.
Kevelaer-Kapelle wurde 05.06.2002 unter Schutz gestellt.
Kevelaer-Kapelle läßt sich auf 1927 datieren.
GoogleMaps:Stadtplan-Eintrag

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02.09.2009: Geschichtsfest am Tag des Offenen Denkmals



Videos, die sich auf Kevelaer-Kapelle beziehen:
13.09.2009: Kevelaer-Kapelle, Bürrig


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